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BABY-BEDENKZEIT

Kooperationsprojekt von Kriz e.V. und dem Amt für Soziale Dienste

BBZ - Erste Erfahrungen

Während der Vorbereitungsphase des Projekts waren wir skeptisch, ob sich Jugendliche auf einen Babysimulator einlassen können und wollen. Aber bereits nach der ersten Projektphase war unsere Skepsis verflogen. Die meisten Jugendlichen lassen sich emotional, ernsthaft und verantwortlich auf die Babysimulatoren ein. Die Identifikation mit "ihrem Baby" ist erstaunlich groß - sie entdecken sogar Ähnlichkeiten mit ihrem eigenen Aussehen und ihren eigenen Verhaltensweisen.

Zum Beispiel erzählte eine Jugendliche, dass ihr Baby unglaublich viel esse. Ihre Freundin kommentierte: "Du bist doch ein kleiner Vielfraß. Das hat es von dir."

Am ersten Tag sind die SchülerInnen damit beschäftigt, das richtige Halten der Babysimulatoren zu erlernen sowie die verschiedenen Schreigeräusche zu erkennen und zu verstehen.

Sie sind immer wieder überrascht wie vorsichtig ein Baby zu behandeln ist. Bei kleinen Misserfolgen reagieren sie häufig mit Abwehr und behaupten, dass echte Babys viel einfacher im Umgang seien und alles sehr übertrieben dargestellt werde. Hierdurch entstehen interessante Gespräche, in denen sie unter anderem mehr über die Situation jugendlicher Eltern erfahren möchten.

Die meisten SchülerInnen erleben ambivalente Gefühle. Die Zeit mit dem Babysimulator ist anstrengend, sie fühlen sich überfordert, in ihrer Freizeit eingeschränkt und in der Nacht vom Geschrei des Babys gestört. Gleichzeitig finden sie "ihre Babys" süß. Viele sind erschrocken, dass sie zunehmend nervöser werden und aggressiv auf die Babys reagieren. Ihnen war vorher nicht bewusst oder sie wollten nicht wahrhaben, dass sie mit einem Baby an und über ihre Grenzen gebracht werden können.

Einige Familien sind durch die zusätzliche Belastung genervt, bieten keine Hilfe an, andere nehmen teil und unterstützen ihr Kind. In jedem Projekt kam es bisher zu einer früheren Abgabe der Babysimulatoren. Die SchülerInnen berichten immer wieder, dass sie die vertrauensvolle Atmosphäre im Projekt genießen und dass sie alles sagen können, ohne zensiert oder bewertet zu werden. Sie äußern oft: "Es ist toll, dass mal jemand Zeit hat, uns zuhört und uns auch ernst nimmt mit unseren Wünschen und Vorstellungen."

Äußerungen von Jugendlichen in den Auswertungsgesprächen:
"Jetzt weiß ich, wie meine Mutter sich um mich gekümmert hat."
"Man braucht viel Geduld und starke Nerven, um ein Baby großzuziehen."
"Ein Baby bringt Freude und Anstrengung."
"Viel Verantwortung, weniger Freizeit und Kopfschmerzen vor Anstrengung."
"Es ist nicht leicht, so jung Mutter zu werden."
"Man sammelt durch solche Projekte viele Erfahrungen."
"Noch einige Jahre warten."
"Das Projekt sollten viele Jugendliche machen."

Auswertung erster Erfahrungen
Seit Durchführung des Projektes "Baby-Bedenk-Zeit" haben wir allen TeilnehmerInnen vor Beginn des Projektes und im Anschluss daran einen Fragebogen ausgehändigt. Die Auswertung der ersten Ergebnisse finden Sie hier als PDF zum Download >>.


Kriz - Bremer Zentrum für Jugendhilfe und Erwachsenenhilfe e.V.
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